Bei der Stiftung der Deutschen Wirtschaft finden im Rahmen der ideellen Förderung zahlreiche Veranstaltungen, Seminare und Akademien statt. Dabei geht es um Politik, Kultur, Wirtschaft, Gesellschaft und auch die individuelle Weiterentwicklung. Ein Auszug von kürzlich stattgefundenen Veranstaltungen gibt einen kleinen, aber bei weitem nicht umfassenden Überblick:
Russlands Rolle in der internationalen Politik- Die deutsch-französischen Beziehungen in den Medien
- Innovationen – Wie kommt das Neue in die Welt?
- Erfolgsfaktor Projektmanagement
- Entwicklungszusammenarbeit in Afghanistan
- Der moderne Mensch – Marionette der Maschinen?
- Bürger und Staat – eine kritische Analyse
- Armut in Deutschland
- Gesprächstechniken und Rhetorik
- Nachhaltige Entwicklung
- … und viele weitere Veranstaltungen!
An dieser Stelle werden wir sukzessive Erfahrungsberichte zu Seminaren, Auslandsaufenthalten und anderen Veranstaltungen der sdw einstellen. So erhaltet ihr ein gutes Bild darüber, welche Möglichkeiten das sdw-Stipendium bieten kann.
Seminare
Führung wirksam und werteorientiert gestalten – Seminar von Andree Brüning (anders.beraten)
Am 23. Juli machten sich fünf SDW Stipendiaten aus ganz Deutschland auf nach Herzogenrath, um an einem zweitägigen Seminar zur wirksamen und werteorientierten Führung teilzunehmen. Eine leichte Skepsis war da, denn das Seminar sollte von einem Theologen gehalten und an der Regel des heiligen Benedikt ausgerichtet werden.
Los ging es aber nicht mit einer Moralpredigt oder oktroyierten Werten, sondern mit Selbstreflektion. Was ist für mich gute Führung? Was sind für mich Werte? Wichtige, aber auch ziemlich anstrengende Fragen, da man sich mit sich selbst beschäftigen musste.
Im zweiten Teil ging es dann um die wirksame Führung, ausgerichtet am Team Management Rad von C.G. Jung und Margerison McCann. Im Kern geht es darum, Arbeit statt nur nach Kompetenz, auch nach Präferenz, der persönlichen Neigung, zu verteilen. Über einen Fragenkatalog fanden wir heraus, zu welcher Rolle wir innerhalb dieses Team Management Rades passen. Interessant wurde dann, welche Konfliktpotenziale zwischen verschiedenen Rollen herrschen und wie man diesen begegnen kann. Das ist vor allem Aufgabe der Führungskraft, die Abstand von ihrer Rolle nehmen muss und versucht Kommunikation zwischen ganz unterschiedlichen Typen von Menschen zu schaffen.
Die Erfahrungen Herrn Brünings und zahlreiche Praxisbeispiele zeigten uns, dass diese Art von Führung zwar nicht die einzige, aber es einer der wirtschaftlich effizientesten und gleichzeitig sehr menschlichen Führungsstile ist.
Und wo war jetzt Benedikt? Nur nebenbei betrachteten wir die Regel des hl. Benedikt. Seine Leistung, gute Führung schon vor über 1000 Jahren zu beschreiben, ist beachtlich. Die Regel lesen muss man deshalb nicht. Vielmehr verdient die Tatsache Beachtung, dass man schon seit 1000 Jahren weiß, wie gute Führung funktioniert, es aber einfach immer noch nicht gebacken bekommt.
Armut in Deutschland
Wer gedacht hat bei der SDW ginge es ausnahmslos um Wirtschaft, der hat sich getäuscht. Unternehmerisches Denken und Handeln in gesellschaftlicher Verantwortung ist nicht nur unser Motto, sondern auch Programm. So versammelten sich rund zwanzig Stipendiaten an drei Tagen in Berlin, um an dem im Projektwettbewerb entstanden Seminar „Armut in Deutschland“ teilzunehmen. Im Projektwettbewerb der SDW werden zweimal jährlich von Stipendiatengruppen organisierte Seminare ausgewählt und finanziell gefördert. Bei der SDW wird man also nicht nur gefördert, sondern auch gefordert, das Förderungsprogramm aktiv mitzugestalten. Das Ergebnis ließ sich sehen. Namhafte Personen aus Politik und Gesellschaft hatten die Stipendiaten aus Berlin für das Seminar gewinnen können, so z.B. Mitglieder des Bundestages oder die Vorsitzende der Berliner Tafel.
Es gab zwei große Fragen: Was ist das Problem und wie lässt es sich lösen? Wie so vieles ist Armut eine Definitionssache und wir wurden auf eine Reise in die Tiefen der dazugehörigen Statistiken eingeladen. Neben dieser wissenschaftlichen Herangehensweise ging es am zweiten Tag vor allem um die Positionen und Lösungsansätze verschiedener gesellschaftlicher Gruppen. Die Vielfalt war beachtlich. Vertreter aus Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden, Politik und der Tafel Berlin informierten uns über dieses schwierige Thema. Die Veranstaltung gipfelte in einer „Armutskonferenz“, in der die Stipendiaten als Vertreter der oben genannten Gruppen über die Lösung von Armut in Deutschland diskutierten.
Wer jetzt immer noch nicht überzeugt ist, dass es bei der SDW sozial zugeht, der nehme zur Kenntnis: In Folge eines Vorschlags der Politik, das Büchergeld für die Stipendiaten von 80 Euro auf 300 Euro zu erhöhen, entbrannte unter den Stipendiaten während des Seminars und weit darüber hinaus eine Diskussion. Viele Stipendiaten waren bereit, auf das Büchergeld zu verzichten und es stattdessen in den Bereichen der Bildung anzulegen, wo es dringender benötigt wird. Aber auch die Stipendiaten wurden berücksichtigt, die diese Erhöhung durchaus nötig haben, um so nicht noch mehr nebenbei jobben zu müssen. Diese Diskussionen gab es auch in anderen Stipendiatenwerken und das spricht für eine heranwachsende Generation von möglichen Führungskräften, die sich sehen lassen kann.
Akademie Nachhaltige Entwicklung
Der Begriff Nachhaltigkeit ist heute zu einer Worthülse verkommen. In der Akademie „Nachhaltige Entwicklung“ sollte er nochmal mit Leben gefüllt werden. Eine SDW Akademie ist eine einwöchige Veranstaltung mit thematischen Schwerpunkt, die von der SDW organisiert wird. Unterstützt wurde die Akademie von der BASF, die wir auch an einem Tag besichtigten.
Inhaltlich wurde sehr viel geboten. Es gab Vorträge über Politik und Wirtschaft bis hin zur Naturwissenschaft. Ein Highlight war der Vortrag von Christian Hiß. Dieser gründete die Aktiengesellschaft Regionalwert AG, die nicht nur auf Gewinn, sondern vielmehr auf die soziale und ökologische Entwicklung der Region Freiburg im landwirtschaftlichen Sektor ausgerichtet ist. Für sein Konzept wurde er mit Social Entrepreneur Preisen belohnt, z.B. vom Rat für Nachhaltige Entwicklung und Ashoka. Wie bei vielen SDW Veranstaltungen gab es auch hier ein Planspiel namens Fishbanks. Dieses zeigte sehr eindrücklich die große Herausforderung, Wettbewerb mit gesellschaftlicher Verantwortung in Einklang zu bringen. Ziel war es mit seinem Team, das erfolgreichste Fischereiunternehmen zu werden. Auch wenn wir es in Rekordzeit geschafft haben, die kompletten Fischbestände auszurotten, zogen wir doch auf jeden Fall eine Lehre aus dem Spiel. Wie bei vielen SDW Veranstaltungen gab es auch in dieser Akademie die Möglichkeit, sich während der lockeren Atmosphäre eines Abendessens mit Führungskräften auszutauschen und vor allem zu diskutieren, außerdem gab es einen Theaterworkshop und eine Besichtigung eines ökologischen Weingutes, bei dem wir nicht umhinkamen zwecks Inspektion auch einige Weine zu verkosten.
Insgesamt war es eine sehr lehrreiche Woche, bei der es trotzdem viel Zeit gab, andere Stipendiaten kennen zu lernen.
Führung und Coaching bei ZEB in Münster
Nach oben buckeln, nach unten treten? Wie führt man Mitarbeiter, wie schafft man es seine Mitarbeiter für sich zu gewinnen?
Wie beantwortet man am besten die Fragen junger Führungskräfte?
Diese und andere Fragen wurden auf dem Seminar der Unternehmensberatung ZEB gestellt und beantwortet. In lockerer Runde wurde anhand von Beispielen und Übungen gezeigt wie man Fehler vermeidet und schwierige Situation von vornherein entschärfen kann. Die Themen selber wurden spontan an die Wünsche der Seminarteilnehmer angepasst, so dass fast jede Frage ausgiebig beantwortet werden konnte.
Im Anschluss an das Seminar konnten sich die Teilnehmer direkt an die Berater und Mitarbeiter wenden und mit Ihnen interessante Gespräche über den Berufseinstieg oder auch universitäre Themen führen.
Die Roland Berger Schreibwerkstatt – Texte strukturieren und stilsicher formulieren (Mai 2009)
Exklusiv bietet sich zweimal im Jahr Stipendiaten der Stiftung der Deutschen Wirtschaft die Möglichkeit, in der Roland Berger Schreibwerkstatt ihre Schreibkünste zu schleifen. Am 22.05.2009 lud eine der führenden Strategieberatungen 15 Stipendiaten aus Deutschland in ihr Düsseldorfer Büro ein – das Motto „Texte strukturieren und stilsicher formulieren“.
Wie baue ich eine Studienarbeit vernünftig auf? Wie gehe ich auf die individuellen Bedürfnisse meiner Empfänger ein? Was ist der rote Faden und wie spinne ich ihn? Wie kann ich Texte überzeugend gestalten und gekonnt redigieren? Diese Fragen beantwortete das eintägige Seminar. Immer im Vordergrund standen die Erfahrungen, welche die Strategieberater aus ihrem Berufsalltag mitbrachten.
In Übungen lernten die Teilnehmer das Prinzip der pyramidalen Strukturierung für sich nutzen. Statt einen Text oder eine Präsentation nach klassisch wissenschaftlicher Art auf die Kernaussage hinauslaufen zu lassen, stellt der pyramidale Aufbau die Ergebnisse in den Vordergrund. Es wurden zentrale Tipps gegeben, Texte und Präsentationen darüber hinaus prägnant und überzeugend zu formulieren. Diese Grundprinzipien sollten noch erfolgreicher gemacht werden. Die Berater erklärten, wie eine gute Einleitung zu gestalten ist und wie die Argumente im Hauptteil durch gezielte Ordnung an Effizienz gewinnen. Des Weiteren wurde herausgearbeitet, dass verschiedene Varianten, einen Schluss zu gestalten, unterschiedliche Wirkungen auf den Leser haben. Hier betonten die Berater, wie der Empfänger analysiert werden und insbesondere erreicht werden kann. Die abschließenden Übungen befassten sich damit, kurze und klare Sätze zu verwenden und verständliche zu formulieren.
Im Anschluss an das Seminar konnten sich die 15 Teilnehmer direkt an die Berater wenden. Wie werden Berater unterstützt, die promovieren möchten? Wie viel arbeitet man als Berater denn wirklich? Das direkte Gespräch sollte diese Fragen rund um die Beratertätigkeit bei Roland Berger klären.
Auslandsaufenthalte
Erfahrungsbericht über einen Auslandsaufenthalt an der Chalmers Universität in Göteborg
Auszug: In diesem Erfahrungsbericht möchte ich über meinen Auslandsaufenthalt in Göteborg (Schweden) von Oktober 2007 bis Februar 2008 berichten. Dabei werde ich auf folgende Punkte eingehen: Grundlegende Tipps, meine Unterkunft im Rotary Wohnheim, meine Kurse in Chalmers, die Stadt Göteborg und Kulturelles. Erfahrungsbericht zur Chalmers Universität Göteborg downloaden (PDF, ca. 365 KB)
